Forschung & Projekte – PD Dr. Ulrike Ludwig

Forschungsschwerpunkte

  • Kulturgeschichte der Verwaltung
  • Magie und Divination in der Frühen Neuzeit
  • Geschichte des Duells in der Frühen Neuzeit, Historische Gewaltforschung
  • Historische Kriminalitätsforschung
  • Policeyforschung, neuere Militärgeschichte

Aktuelle Forschungsprojekte

  • Im Zentrum des Projektes „Magische Praktiken in der Verwaltung. Neue Aspekte des Verwaltungshandelns im 16. und frühen 17. Jahrhundert“ steht die Frage, in welcher Weise und in welchen administrativen Feldern magische und divinatorische Praktiken als Hilfsmittel für die Kontrolle, Absicherung und Beeinflussung von Verfahren und Entscheidungen genutzt wurden. Der räumliche und institutionelle Untersuchungsschwerpunkt liegt auf Höfen im Alten Reich und den dort angesiedelten Institutionen der zentralen Verwaltung, denn frühneuzeitliche Höfe waren nicht nur Zentralorte vormoderner Verwaltung sondern eben auch Zentren des Wissens über Wahrsagerei und Magie. Insgesamt knüpft das Projekt an die aktuellen Diskussionen um die Bedeutung von Verwaltungspraxen für das Funktionieren von Organisationen und das Gelingen von Verfahren an.  Zugleich erfolgt aber mit der Betrachtung von Magie und Divination eine entscheidende Neuausrichtung der Untersuchungsperspektive, die einen neuen Blick auf den Staatsbildungsprozess und das Funktionieren von Organisationen zulässt. Denn wenn magische und divinatorische Praktiken in der Verwaltung als Strategien der Verfahrensabsicherung und der Herstellung von Systemvertrauen konzipiert werden können, dann muss der Magie und der hellseherischen Zukunftsschau im Prozess der Entstehung moderner Staatlichkeit und womöglich auch noch darüber hinaus eine grundsätzlich funktionale Bedeutung zugwiesen werden.
  • Das Forschungsprojekt „Behördenalltag im Homeoffice. Verwaltungshandeln jenseits des Amtes“ beschäftigt sich mit der Frage, welche funktionale Stellung dem Arbeiten in den eigenen Wohnräumen und den dort angesiedelten informell organisierten Informations- und Vermittlungsdiensten in der frühneuzeitlichen Verwaltungspraxis zukamen. Im Mittelpunkt steht die bislang kaum systematisch untersuchte Gruppe der mittleren Beamten in Zentralbehörden, der gerade in der Kommunikation zwischen Untertanen, Behörden und Herrscher eine zentrale Position zugewiesen werden muss. Entsprechend aufschlussreich dürfte dieser Zugriff für die Frage nach dem Gelingen von Administration und damit von Herrschaft im Alltag sein.
  • Im Mittelpunkt des Forschungs- und Lehrprojekts „Jenseits des Geheimen. Losbücher als populäre Techniken der Zukunfts-schau vom 15. bis zum 19. Jahrhundert“ steht mit den Losbüchern eine populäre, sozial gerade nicht exklusiv gestellte Form der Wahrsagerei, die in Europa vom 15. bis zum 19. Jahrhundert weit verbreitet war und offenkundig auch stark genutzt wurde. Der in den Blick genommene Zeitraum vom 15. bis zum 19. Jahrhundert bietet die Chance, nach langlebigen Formen divinatorischen Glaubens und Handelns in Mitteleuropa zu fragen. Gleichwohl dürften sich mit Blick auf die inhaltliche Einbettung und die Bedeutung spielerischer Elemente langfristig Veränderungen zeigen, die letztlich auch auf einen Wandel im Verständnis von Divination und den damit verknüpften Zukunftskonzepten verweisen. Im Projekt soll gemeinsam mit fortgeschrittenen Studierenden an kleinen Forschungsarbeiten zum Oberthema gearbeitet werden.

Einwerbung von Drittmitteln und Stipendien

Stipendien & Fellowships

  • DAAD-Forschungsstipendium 09/1997 bis 08/1998
  • Stipendium für die Promotionsvorbereitung (Friedrich- und-Irmgard-Harms-Stiftung) 10/2001 bis 03/2002
  • Promotionsstipendium (Friedrich-Ebert-Stiftung) 10/2002 bis 09/ 2005
  • Fellowship am International Consortium for Research in the Humanities „Fate, Freedom and Prognostication. Strategies for Coping with the Future in East Asia and Europe“ 04/2014 bis 03/2015
  • Heisenbergstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft, angetreten 10/2015

Forschungsprojekte

  • DFG-Projekt (Format: Eigene Stelle): Adlige Beamte. Selbst- und Fremdbilder einer Sozialformation zwischen Stand und Funktion (1550-1750), 3 Jahre, bewilligt 2010, Fortsetzungsantrag bewilligt im Oktober 2012
  • bei der Volkswagenstiftung in der Förderlinie „Originalitätsverdacht?“ für das Projekt „Magische Praktiken in der Verwaltung. Neue Aspekte des Verwaltungshandelns im 16. und frühen 17. Jahrhundert“, bewilligt Oktober 2015

Tagungen und Workshops (Konzeption und Organisation)

  • Institutionalisierung militärischer und ziviler Ordnungen in der Vormoderne, 28. Januar 2006 in Dresden (gemeinsam mit Jan Willem Huntebrinker)
  • Deutungsfelder des Duells, 17./18. April 2008 in Dresden (gemeinsam mit Alexander Kästner und Gerd Schwerhoff)
  • Militär und materielle Kultur in der Frühen Neuzeit, 22. November 2008 in Frankfurt/ Main (gemeinsam mit Jan Willem Huntebrinker)
  • Ehre und Recht – Ehrkonzepte, Ehrverletzungen und Ehrverteidigungen vom späten Mittelalter bis zur Moderne, zugl. Jahrestagung des AK Historische Kriminalitäts-forschung, 21. bis 23. Mai 2009 in Stuttgart-Hohenheim (gemeinsam mit Sylvia Kesper-Biermann und Alexandra Ortmann)
  • Das Duell vom Mittelalter bis zur Moderne – interdisziplinäre und internationale Perspektiven, 31. Mai bis 2. Juni 2010 am ZiF in Bielefeld (gemeinsam mit Gerd Schwerhoff und Barbara Krug-Richter)
  • Ehre und Pflichterfüllung als Code militärischer Tugenden, zugl. Jahrestagung des AK Militärgeschichte, 9. bis 11. September 2010 in Bern (gemeinsam mit John Zimmermann, Markus Pöhlmann und Stig Förster)
  • Organisation und Leitung der Sektion „Gnade vor Recht? Gnade, Recht und Herrschaftspraxis vom 16. bis zum 21. Jahrhundert“ (Grace before Justice? Grace, Justice, and the Practices of Authority from the Sixteenth to the Twenty-First Centuries), 34th Conference of the German Studies Association, Oakland, CA, 7. bis 10. Oktober 2010 (gemeinsam mit Birgit Emich)
  • Adlige Beamte. Selbst- und Fremdbilder einer frühneuzeitlichen Machtelite zwischen Stand und Funktion, 5. bis 7. Dezember 2013 in Dresden
  • 6. Erlanger Sommerkurs zur Reformationsgeschichte Magie und Divination im konfessionellen Zeitalter", 24. bis 27. Juli 2016 in Erlangen (gemeinsam mit Birgit Emich)